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20.08.2006 13:24
Vertrauen Hoch über dem Marktplatz einer kleinen Stadt hatte ein Seiltänzer sein Seil gespannt und machte dort oben unter den staunenden Blicken vieler Zuschauer seine gefährlichen Kunststücke. Gegen Ende der Vorstellung holte er eine Schubkarre hervor und fragte einen der Anwesenden: "Sagen Sie, trauen Sie mir zu, dass ich die Karre über das Seil schiebe?" – "Aber gewiss", antwortete der Gefragte fröhlich, und auch mehrere andere der Umstehenden stimmten der Frage sofort zu. "Würden Sie sich dann meiner Geschicklichkeit anvertrauen, sich in die Karre setzen und von mir über das Seil fahren lassen?" fragte der Schausteller weiter. Da wurden die Mienen der Zuschauer ängstlich. Nein, dazu hatten sie keinen Mut! Nein, das trauen sie sich und ihm nicht zu. Plötzlich meldete sich ein Junge. "Ich setze mich in die Karre", rief er, kletterte hinauf und unter dem gespannten Schweigen der Menge schob der Mann das Kind über das Seil. Als er am anderen Ende ankam, klatschten alle begeistert Beifall. Einer aber fragte den Jungen: "Sag, hattest du keine Angst da oben?" "O nein", lachte der, "es ist ja mein Vater, der mich über das Seil schob!"

Ein Mann verliebt sich in eine schöne Frau. Er wollte diese Liebe sichern und schloß die Ehe. Später brauchte er nicht mehr zu lieben, er hatte ja die Ehe. Eine Kirche glaubte an den lebendigen Gott. Sie wollte diesen Glauben sichern und formulierte ein Bekenntnis. Später brauchte sie nicht mehr zu glauben, sie hatte ja das Bekenntnis.
Ein Volk liebte den Frieden. Es wollte diesen Frieden sichern und verschaffte sich Waffen. Später brauchte es nicht mehr zu befrieden, es hatte ja die Waffen. Wir lieben zu wenig, wir glauben zu wenig, wir sichern zu viel 
Manchmal habe ich gezweifelt, ob Du wirklich bis in die tiefsten Abgründe meiner Traurigkeit hinabsehen kannst. Dort, wo kein Licht mehr wächst - kannst Du mich dort noch erkennen? Kannst Du mein Schreien nach Dir selbst dort unten noch hören, wo jeder laut von der Einsamkeit geschluckt wird? Daran habe ich gezweifelt - manchmal - und dann blickte ich noch tiefer hinab und sah Dich, wie Du wartend Deine Arme ausbreitetest, selbst im tiefsten Abgrund bereit, mich aufzufangen.

Verliebtheit ist flüchtig, aber Liebe ist dauerhaft. Verliebtheit ist Höhenflug, aber Liebe bedeutet sichere Landung. Verliebtheit sucht Perfektion, aber Liebe vergibt Fehler. Verliebtheit kann es kaum erwarten, dass das Telefon klingelt und eine Stimme liebevolle, schmeichelnde Worte sagt; aber Liebe ist der Schmerz, auf einen Anruf zu warten, der mir versichert, dass ein anderer in Sicherheit und glücklich ist. Verliebtheit ist Spannung, Vorfreude und Überraschung; aber Liebe ist Zuverlässigkeit. Verliebtheit ist tanzen im Mondschein, tief in die ersehnten Augen zu sehen, aber die Liebe sagt: > Du bist müde, Liebling. Ich werde heute aufstehen. < Verliebtheit ist köstlich, aber Liebe ernährt uns.

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